| Erlebnisse eines Katers namens "Füchsli", der sein erstes Lebensjahr im Wallis verbrachte und dann 14 Jahre lang im Aargau lebte. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Bin
zwar schrecklich
eifersüchtig,
aber wenn Ihr Lust habt, dürft Ihr auch
noch Tigi und Indi
besuchen.
Kapitel
1/9
Meine
Mutter war eine sogenannte "Glückskatze", die in Zermatt lebte.
Glückskatzen sind
immer
weiss-rot-schwarz gefleckt und bei einem Wurf gibt es meistens ein
rotes,
ein schwarzes und ein oder zwei getigerte Kätzlein. Bei uns in der
Schweiz nennt man uns "Büsi". Meines Wissens sind die roten Katzen
immer Kater.Ich
kam als rotes "Büssi" mit 3 anderen Geschwistern in Zermatt auf
die
Welt und erkundete noch ganz tolpatschig die Wohnung meiner damaligen
Menschenfamilie.
Meine Katzenmutter war gerade damit beschäftigt, mir das
Katzenkistchen
zu erklären, als Besuch kam. Unter der strengen Aufsicht meiner
Mutter
durfte ich in die Nähe der unbekannten Zweibeiner. Es war
Liebe
auf den ersten Blick und spontan erhielt ich den Namen Füchsli. Da
ich noch viel zu lernen hatte, durfte ich noch einige Zeit bei meiner
Mutter
und meinen Geschwistern bleiben, bevor mich meine neue Familie abholte.
Ich fand das
richtig
toll, dass ich in den ersten zwei Wochen in meinem neuen Heim
überhaupt
nie alleine war. Es war immer jemand da und wenn mal einer von den zwei
Zweibeinern
nicht in der Wohnung war, dann war dieser Mensch beim einkaufen und
brachte
wieder feines Futter für mich mit. Natürlich habe ich
schrecklich
viel geschlafen, um für die Entdeckungsreisen wieder fit zu sein
aber
es gefiel mir sehr, dass beim aufwachen immer jemand da war. Mein
Dosenöffner
und meine Schmusefreundin hatten extra Ferien gemacht, um mir die
Trennung
von meiner Katzenfamilie leichter zu machen. Aber natürlich
wollten
sie auch die Zeit nutzen, um mir gründlich die jugendlichen
Flausen
aus meinem Kopf zu treiben. Zumindest haben sie es versucht, nicht
immer
mit Erfolg.
Die
erste Zeit bei meinem neuen Dosenöffner und bei meiner
Schmusefreundin
war schrecklich aufregend. Niemand mehr da, der mich am Genick packte
und
ins Katzenkistchen schleppte, kein Bruder mehr, der mir mit der Pfote
ins
Gesicht schlug, weil ich wieder mal zu frech war. Dafür fand ich
es
in der Hand meiner Schmusefreundin so richtig gemütlich und ich
konnte
auch schon bald ganz ordentlich schnurren. Wenn ich aber mal versuchte,
am Vorhang hinauf zu klettern, packte sie mich und pustete mir ins
Gesicht
und ich wusste, das mit dem Vorhang war keine so gute Idee. Denn
inzwischen
habe ich gelernt, wenn sie in mein Gesicht pustete, dann war meine
Schmusefreundin
mit meiner Aktion gar nicht einverstanden. Also liess ich die Streiche
meistens bleiben und spielte viel lieber mit den vielen bunten
Bällen,
die in der ganzen Wohnung herumlagen.
Was
ist das weisses Zeugs, das da überall auf dem Balkon herumliegt?
Kaum
habe ich die Schwelle von der Wohnung hinaus in die Kälte
überwunden,
sinke ich schon ein und sehe gar nichts mehr. Und dann fällt mir
auch
noch etwas auf den Kopf, es ist zwar nicht schwer, fressen kann man es
auch nicht, aber was ist es dann? Aber zum spielen finde ich das
jedenfalls
ganz toll. Mein Dosenöffner hebt mich auf und erzählt mir,
dass
ich jetzt die erste Bekanntschaft mit dem Schnee gemacht habe.
Neben
meinem Fressnapf steht ein Topf mit Katzengras, das mir gut schmeckt.
Ich
möchte mal etwas anderes versuchen und klettere auf den Topf am
Blumenfenster.
Die Blätter sind ganz weich, das gefällt mir. Aber es wird
mir
ganz komisch und ich verstecke mich unter dem Heizkörper, weil ich
die Blätter wieder ausspucken möchte. Hoffentlich
bemerkt
das meine Schmusefreundin nicht. Sie merkt es aber an den zerkauten
Blätter
und hält mir einen Vortrag, dass der Weihnachtsstern für mich
giftig ist. Wie kann ich kleines Katzenkind denn so etwas wissen? Am
nächsten
Tag waren meine "Bauchschmerzen" schon wieder vergessen und ich
wollte
wieder auf den Blumentopf zu den schönen weichen Blättern.
Der
Blumentopf war nicht mehr da.
Langsam
kenne ich jeden Winkel in der Wohnung und weiss, wo ich mich verstecken
kann, damit mich mein Dosenöffner und meine Schmusefreundin suchen
müssen. Ich finde es nämlich sehr lustig, wenn sie durch die
Wohnung rennen und meinen Namen rufen. Manchmal sind sie ganz aufgeregt
und reissen alle Schranktüren auf, denn ich bin auch schon mal in
einem günstigen Moment in den Wäscheschrank gehüpft, um
dort auf den frischen Handtüchern ein Schläfli zu machen. Es
duftet so schön frisch und weich ist es auch.
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